Eine Agave mit einer ganz besonderen Geschichte
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Fotografie
Heute in der NÖN erschienen - mein Bericht über eine Agave mit einer ganz besonderen Geschichte.
In den 1960er-Jahren landete eine kleine Agave americana variegata auf dem Misthaufen der Familie Kerbl in Wenzersdorf. Für die Pflanze hätte dies wohl das Ende bedeuten können. Doch die damals kleine Agave bekam eine zweite Chance.
Die heute 91-jährige Johanna Kerbl, die Schwiegermutter von Christine Kerbl, rettete die Pflanze und setzte sie in einen Blumentopf. Über Jahrzehnte wurde sie gepflegt und entwickelte sich zu einer mächtigen und beeindruckenden Pflanze.
Der vergangene Winter setzte der mittlerweile alten Agave allerdings stark zu. Trotzdem begann sie im Frühjahr, einen Blütenstand auszutreiben. Aus der Mitte der Blattrosette schob sich ein kräftiger Blütenstängel immer weiter in die Höhe. Mit seinen zahlreichen Verzweigungen entsteht schließlich ein beeindruckender Blütenstand, an dem sich viele gelbliche bis cremefarbene Blüten öffnen.
Für die Agave ist diese Blüte zugleich das letzte große Kapitel ihres Lebens. Agaven blühen nur einmal. Nach der Blüte beginnt die Mutterpflanze abzusterben. Die Blätter verlieren ihre Kraft, der Blütenstand vertrocknet und die Pflanze stirbt schließlich ab. Häufig bleiben jedoch Ableger oder Samen zurück, aus denen eine neue Generation entstehen kann.
Christine Kerbl aus Wenzersdorf präsentiert dieses außergewöhnliche Naturschauspiel und ist selbst beeindruckt: „So etwas hab ich noch nie erlebt, und werde ich auch in meinem Leben nicht mehr sehen.“
Damit geht nach rund sechs Jahrzehnten eine außergewöhnliche Geschichte zu Ende: Eine kleine Agave, die einst vor dem Wegwerfen bewahrt wurde, entwickelte sich über viele Jahre zu einer stattlichen Pflanze und sorgt nun mit ihrer einmaligen Blüte noch einmal für Staunen.