Mariengrotte in Staatz feierlich gesegnet
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Am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel wurde die neu renovierte Mariengrotte im Pfarrgarten Staatz im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes gesegnet.
Zahlreiche Gläubige aus der Pfarre Staatz und dem Pfarrverband waren gekommen, um gemeinsam mit Pfarrer Philipp Seher und Weihbischof Stephan Turnovszky diesen besonderen Anlass zu feiern. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Jugendkapelle Staatz.
Aus einer vergessenen Gebetsstätte wurde ein neuer Ort des Glaubens
Die Geschichte der kleinen Mariengrotte reicht vermutlich bis um 1800 zurück. Über viele Jahre war sie jedoch zunehmend in Vergessenheit geraten und schließlich so stark überwuchert, dass sie vom Pfarrgarten und auch von der vorbeiführenden Straße kaum mehr zu sehen war.
In den vergangenen Jahren entstand die Idee, die alte Gebetsstätte wieder instand zu setzen. Eine engagierte Gruppe nahm sich der Renovierung an und stellte dafür nicht nur finanzielle Mittel, sondern vor allem viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit zur Verfügung. Rund 10 Tonnen Material wurden mühsam über den schmalen Weg zur Grotte gebracht, insgesamt kamen etwa 750 Arbeitsstunden zusammen. Die Renovierung konnte dabei weitgehend durch Eigenfinanzierung und die Unterstützung von Spendern umgesetzt werden.
Auch die Marienstatue wurde neu aufgestellt. Eine Staatzer Familie stellte die Statue zur Verfügung, zusätzlich wurde ein Schutzglas angebracht. Viele Helfer und Unterstützer trugen dazu bei, dass aus der beinahe vergessenen Gebetsstätte wieder ein gepflegter und einladender Ort werden konnte.
Maria als Vorbild für unser eigenes „Ja“
In seiner Predigt stellte Weihbischof Stephan Turnovszky das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel unter zwei Gesichtspunkte: Maria und die Leibhaftigkeit.
Maria sei nicht allein deshalb selig zu nennen, weil sie die Mutter Jesu war. Entscheidend sei vielmehr ihre Haltung: Sie habe sich auf Gottes Wort eingelassen und darauf vertraut, auch wenn sie nicht wissen konnte, wie sich ihr Weg entwickeln würde. Ihr großes „Ja“ zu Gott sei damit auch für uns ein Beispiel.
Gerade im ganz normalen Alltag sei dieses Vertrauen eine Herausforderung, so der Weihbischof. Jeder Mensch stoße an Grenzen – zeitlich, körperlich und in seinen Möglichkeiten. Maria könne uns helfen, diese Grenzen anzunehmen und trotzdem darauf zu vertrauen, dass Gott unseren Weg begleitet.
Dabei verwies Turnovszky auch auf die Kraft der Fürsprache Mariens. Die Mariengrotte könne deshalb ein Ort sein, an den Menschen kommen, wenn sie selbst nicht weiterwissen, Sorgen haben oder für einen anderen Menschen beten möchten. Er ermutigte dazu, die eigenen Anliegen der Gottesmutter anzuvertrauen und auf ihre Fürsprache zu hoffen.
Ein Ort, zu dem man hingehen kann
Der zweite Gedanke der Predigt galt der leibhaftigen Aufnahme Mariens in den Himmel. Der christliche Glaube spreche nicht nur von einem Weiterleben in den Erinnerungen der Menschen. Die Hoffnung richte sich vielmehr auf die Vollendung des ganzen Menschen – mit Leib und Seele.
Daraus leitete der Weihbischof auch die Bedeutung konkreter Orte des Glaubens ab. Christlicher Glaube finde nicht nur in Gedanken statt. Menschen gehen zu Fuß auf Wallfahrt, versammeln sich zum Gottesdienst, hören gemeinsam Musik und feiern miteinander. Und sie empfangen in der Eucharistie nicht nur einen Gedanken oder ein Symbol, sondern Christus selbst.
Genau hier bekommt auch die Mariengrotte ihre besondere Bedeutung: Sie ist ein konkreter Ort, zu dem Menschen kommen können – zum Gebet, zur stillen Einkehr, zum Dank oder mit einer persönlichen Bitte. Die Statue Mariens erinnert dabei an eine Frau, die ihr Leben ganz auf Gott ausgerichtet hat und für viele Menschen bis heute eine wichtige Fürsprecherin ist.
Im Rahmen des Gottesdienstes wurde die Mariengrotte schließlich feierlich gesegnet. Mit Gebet und Weihwasser wurde sie ihrer neuen Bestimmung übergeben. Auch eine persönliche Einzelsegnung war möglich.
Anschließend klang der Festtag bei einer gemütlichen Agape im Pfarrgarten aus. Für die Zukunft besteht der Wunsch, die Grotte weiterhin gut zu pflegen und sie regelmäßig für Mai- und Marienandachten sowie gelegentliche Gottesdienste zu nutzen.
So ist in Staatz ein fast vergessener Ort wieder neu zum Leben erwacht – als Ort des Gebets, der Begegnung und der Hoffnung.